Die Überbauung Hueb ist kein neues Vorhaben. Das Projekt hat eine Geschichte – und diese Geschichte zeigt, dass die Bedenken der Bevölkerung nicht neu sind. Warum wurde das Projekt damals abgebrochen? Und warum taucht es jetzt wieder auf?
Ursprung: Helvetia Versicherung als Initiatorin
Die Parzelle Hueb (F6428) in der Notkersegg gehört der Stadt St.Gallen. Bereits vor vielen Jahren gab es Pläne, das Gelände am Waldrand zu überbauen, was jedoch zum Glück nie umgesetzt wurde. Vor ca. 4 Jahren kamen wieder neue, unerwünschte Projektideen auf:
- 2022: Abschluss eines Baurechtsvertrags zwischen der Stadt St. Gallen und Helvetia Versicherung
- 2023/2024: Helvetia führte einen Architekturwettbewerb durch (Studienauftrag). Im Januar 2024 wurde das Siegerprojekt juriert und öffentlich vorgestellt. Geplant waren ca. 160 Wohnungen in mehreren Gebäuden
- 2024/2025: Helvetia entschied sich, das Projekt nicht weiterzuverfolgen
- März 2026: Übertragung des Baurechts an die Raiffeisen Pensionskasse. Die Stadt gewährte eine Fristverlängerung bis Ende 2028 für die Einreichung des Baugesuchs, damit das Siegerprojekt weiterbearbeitet werden kann.
Das Projekt ist derzeit also in der Weiterplanungsphase.
Die damaligen Pläne stiessen auf erheblichen Widerstand aus der Quartierbevölkerung. Anwohnerinnen und Anwohner kritisierten die geplante Verdichtung, den Verlust von Grün- und Erholungsflächen sowie die zu erwartende Belastung der Quartierinfrastruktur. Viele befürchteten, dass das Projekt den Charakter von Notkersegg nachhaltig und unwiderruflich verändern würde.
Das Projekt wird abgebrochen – vorerst
Obwohl die Gründe für den Rückzug der Helvetia unklar sind, hatte der Druck der öffentlichen Debatte und der angekündigte Widerstand des Quartiers wohl einen Einfluss. Das Baugesuch wurde nicht eingereicht – ein Teilerfolg für die Quartiergemeinschaft. Viele Bewohnerinnen und Bewohner atmeten auf und glaubten, das Thema sei vom Tisch.
Doch die Ruhe war trügerisch, wie sich mit der Übernahme des Projekts durch die Raiffeisen PK nun zeigt…
Raiffeisen Pensionskasse übernimmt – und macht weiter
Die Übernahme des Projekts durch die Raiffeisen Pensionskasse im März 2026 war eine böse Überraschung fürs Quartier, da die Öffentlichkeit das Projekt schon beerdigt glaubte. Für die Raiffeisen Pensionskasse ist das Bauland eine Möglichkeit zur Anlage von Pensionskassengeldern, was grundsätzlich verständlich ist. Jedoch ist der grosse negative Einfluss aufs Quartier nicht akzeptabel und rechtfertigt in keiner Weise ein solches Monsterprojekt. Für das Quartier Notkersegg ist die grosse Grünfläche äusserst wichtig und die langjährige Quartierstruktur bleibt existentiell für den sozialen Zusammenhalt.
Was das bedeutet
Das Scheitern des ersten Anlaufs zeigt zweierlei: Erstens, dass Widerstand wirken kann. Zweitens, dass ein zurückgezogenes Projekt nicht automatisch ein totes Projekt ist – solange das Grundstück bebaubar bleibt.
Genau deshalb ist es so wichtig, diesmal nicht nur zu protestieren, sondern rechtlich verbindliche Hürden zu schaffen. Eine formelle Einsprache, eine breite politische Debatte und ein starkes Signal der Bevölkerung sind die einzigen Mittel, die langfristig wirken.

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